#12: Gefahren und Nutzen von Zusatzstoffen und E-Nummern in Lebensmitteln, Kleidung, Porzellan u.a.
Shownotes
Ein scheinbar unüberschaubarer Dschungel an Zusatzstoffen, Codeangaben von E-Nummern und Chemischen Angaben von Inhaltsstoffen machen das Einkaufen anstrengend, mühsam und langwierig. Was bedeutet was und welche wichtigen Anhaltspunkte bringen einen im Alltag weiter. Dabei hilft uns die Schweizer Naturpraktikerin Savina Wöhrle-Specogna.
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00:00:00: Grit: Herzlich willkommen zum Podcast „Das Kind braucht einen Namen". Der Podcast für Ihre Gesundheitskompetenz am Wochenende, an Feiertagen und nachts um zwei. Mit Daniela Ammon und Grit Knopf
00:00:17: Daniela: Hallo und herzlich willkommen. Wir haben heute Savina bei uns, Naturheilpraktikerin aus der Schweiz und sie hat ein fantastisches Thema mitgebracht.
00:00:28: Daniela: Und zwar ein Thema, was uns beim Einkaufen alle an die Grenzen bringt. Zumindest mich ganz persönlich. Wenn man bewusst einkauft, egal ob Nahrungsmittel, Kosmetik, Körperpflegemittel, Kleidung, sie sind überall drin, die sogenannten Zusatzstoffe oder E-Nummern. Und wenn man sich näher damit befassen möchte, kann man eigentlich gleich beim Einkaufen bleiben und kommt nie mehr nach Hause, weil bis man alles durchgelesen hat, hat man dann am Ende zwar Stunden verbratet, aber hat dann vielleicht noch zwei Artikel im Korb.
00:01:05: Daniela: Und um das Ganze so ein bisschen aufzugleisen und aufzudröseln und mal verständlich zu machen, dafür ist heute die Savina dabei. Die ist in diesem Bereich fit und hilft uns, das Ganze aufzudröseln und ich freue mich, dass ich heute nur die Fragen stellen muss. Herzlich willkommen, Savina. Schön, dass du da bist.
00:01:25: Sabina: Vielen Dank, dass ich da sein darf.
00:01:27: Grit: Schön, dass du da bist. Das ist ganz, ganz spannend, finde ich auch.
00:01:32: Daniela: Wir starten gleich mit der ersten Frage: Was versteht man unter Zusatzstoffen und welche Stoffgruppen gibt's da überhaupt? Was ist das eigentlich?
00:01:44: Sabina: Ja, das ist, kann man relativ simpel erklären. Jedes Produkt, ich, ich bleib jetzt mal bei den Nahrungsmitteln, hat Inhaltsstoffe.
00:01:53: Sabina: Die sind relativ klar. Da hat's Proteine, Eiweiße in einem Lebensmittel oder es hat Kohlenhydrate oder es hat Fette drin. Und alles, was dann aber noch zusätzlich dazu gegeben wird, damit das Produkt zum Beispiel 'ne schöne Beschaffenheit hat, damit es haltbar gemacht werden kann, auch vielleicht um die Sicherheit zu gewährleisten, dass es nicht, äh, schlecht wird.
00:02:18: Sabina: Oder vielleicht auch ganz einfach marketingtechnisch ein Lebensmittel ein bisschen aufzupeppen, dann spricht man von Zusatzstoffen. Und die können, die Zusatzstoffe sind nicht automatisch künstlich. Also es gibt auch natürliche Zusatzstoffe, aber wenn jetzt beispielsweise Zitronensäure in Chips drin ist, dann ist das halt einfach nicht so das natürliche Vorkommen.
00:02:41: Grit: Und warum werden diese Stoffe überhaupt eingesetzt? Also du hattest jetzt schon mal gesagt, um sie haltbarer zu machen, schöner zu machen. Aber was wären, also was, was wären sie denn ohne, äh, was wären unsere Lebensmittel jetzt ohne diese Zusatzstoffe? Könnte man die überhaupt aus, im Supermarkt dann kaufen oder wären die dann schon eigentlich total schlecht?
00:03:00: Grit: Oder was, warum wird das gemacht?
00:03:02: Sabina: Ja, also ich denke, der ganz große Part, oder für mich gibt's wie so zwei große Gruppen, auch wenn's ganz, ganz viele verschiedene Zusatzstoffe gibt. Das eine ist genau die Haltbarmachung. Also wenn wir natürlich Zeit sparen möchten im Alltag, was absolut verständlich ist, wir möchten ein Produkt haben, das wir jetzt nicht selber, dass wir die Bouillon nicht selber herstellen in stundenlanger Arbeit zu Hause selber in der Küche, dann greifen wir zur Fertigbouillon, die wir dann einfach noch ins Wasser kippen und dann ist das gut, was ich übrigens zu Hause auch selber auch im Schrank stehen habe.
00:03:40: Sabina: Also ich bin nicht gegen Zusatzstoffe. Es ist einfach wichtig, dass wir uns bewusst sind, ja, für was. Und die andere Seite ist halt schon so: Wie sieht ein Produkt aus? Was hat das für eine Farbe? Was hat das für eine Konsistenz? Und dann verkauft es sich natürlich auch besser.
00:03:57: Daniela: Und in welchem Maße werden die in die Produkte reingegeben beziehungsweise wer entscheidet das, wie viel da reinkommt und was da reinkommt?
00:04:08: Daniela: Wie läuft das?
00:04:09: Grit: Oder wo auch die Grenzwerte sind. Also ab wann wird's denn schädlich und so weiter. Also wer setzt denn die Grenz, Grenzwerte fest, dass es eigentlich noch diese Zusatzstoffe gesund sind sozusagen oder nicht schädlich, sagen wir's mal so.
00:04:21: Sabina: Ja, in der Schweiz ist das das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und diese nimmt auch Bezug zur Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit.
00:04:31: Sabina: Und ja, mit den Grenzwerten ist das halt immer so eine Sache. Das sollte ja schon auch belegt sein mit Studien und es ist ja verständlicherweise nicht ganz so einfach, dann auch Studien zu machen in einem Stoff, der Ja, vielleicht in, in unterschiedlichen Mengen auch irgendwo drin ist. Dann gibt's verschiedene Gruppen in der Bevölkerung.
00:04:53: Sabina: Wann ist etwas okay für Kinder? Wann ist etwas okay für Erwachsene? Und es sind sehr oft auch Konsumentenschutzorganisationen in allen Ländern, die dann teilweise unabhängige umweltmedizinische Tests machen und dann kommt vielleicht mal wieder raus: Ah, da gibt's einen Stoff, der hat sich angereichert irgendwie in, in, in, in den Körpern der Menschen und dann hinkt dann teilweise die Regulation wie hinten nach.
00:05:19: Sabina: Also es ist eben ein ständiger Prozess eigentlich von einerseits der Wissenschaft und andererseits, ja, man hat natürlich verschiedene Akteure, also die, die, die Lebensmittelhersteller haben natürlich 'ne teilweise andere Ansichten wie jetzt eine Konsumentenschutzorganisation oder wie eine Behörde oder wie ein Arzt.
00:05:39: Daniela: Kannst du mal so ganz gängige Zusatzstoffe, kannst du da mal ein paar Beispiele bringen und die mal kurz erklären oder erläutern, dass man da mal, ich denk, das eine oder andere kennt man vom Hören oder hat man schon mal gelesen, aber kannst du die mal ein bisschen benennen, dass man auch mal versteht, was das bedeutet oder die Unterschiede?
00:06:03: Sabina: Ja, also da gibt's zum Beispiel die Antioxidationsmittel. Die verhindern, dass durch Sauerstoffprozesse ein Produkt sich verändert. Das wäre zum Beispiel E330, die Zitronensäure. Das ist auch genau das, was es heißt. Es ist Zitronensäure. Dann gibt's die sogenannten Emulgatoren, die ermöglichen eine gute Konsistenz eines Produktes, vor allem wenn so Öl, Wasser, es ein Gemisch gibt.
00:06:29: Sabina: Das wäre ein Beispiel dafür E322, das Lecithin. Das kommt zum Beispiel in der Mayonnaise vor, kann in Margarine vorkommen, in Kuchen, in Keksen, E338, die Phosphorsäure. Dann gibt's natürlich die Farbstoffe. Das kann variieren von E162 Betenrot, also das natürliche Rot aus der Roten Bete, bis hin zu E110, ein gelb-oranges synthetisches Färbemittel aus der Gruppe der Azofarbstoffe.
00:07:03: Sabina: Ist zum Beispiel im Aperol drin, in diesem alkoholischen Getränk.
00:07:08: Daniela: Also es gibt natürliche und wie jetzt zum Beispiel die, wo du gesagt hast, dieser Azofarbstoff, der ist synthetisch. Und wenn ich jetzt natürliche hab, stelle ich mir vor, natürlich ist gut und synthetisch, hm, wird's jetzt bei mir so im, im Bauchraum schon wieder ein bisschen kritisch.
00:07:29: Sabina: Ja, im Fall des Azofarbstoffs ist dein Bauchgefühl sehr richtig. Der ist definitiv nicht gesund. Also das kann man so sagen. Schadet nicht allen. Es ist wie bei allem. Jeder Körper ist unterschiedlich, jeder Mensch ist unterschiedlich, aber gesund ist ein Azofarbstoff definitiv nicht. Für gewisse Produkte sind sie auch nicht mehr erlaubt oder nur mit Warnhinweis, zum Beispiel auf Gummibärchen und in gewissen anderen Produkten ist's halt nach wie vor drin.
00:07:58: Sabina: Und da sagt man sich: Ja, es ist ja sowieso Alkohol, da gibt's einfach andere Richtlinien vielleicht auch.
00:08:05: Grit: Also gibt's noch andere Zusatzstoffe, wo du auch sa, so ähnlich sagen würdest zum Azofarbstoff, dass das, äh, kritisch ist oder jetzt nicht so toll. Fällt dir da noch was ein, wo du sagst, das ist jetzt, äh, irgendwie bedenklich?
00:08:18: Sabina: Ja, also ich glaube, da können wir sowieso gleich zur nächsten Gruppe gehen, zu den Geschmacksverstärkern, beispielsweise die Glutamate E sechshundertzwanzig bis sechshundertfünfundzwanzig. Die kommen zwar natürlich, ganz natürlich vor in zum Beispiel Parmesan oder Tomaten, in gewissem Fleisch, Fisch, Sojasoße und Algen, aber auch, können auch zugesetzt werden als Zusatzstoff in Fertigprodukten, in Suppen, in Chips und Würze.
00:08:45: Sabina: Und man weiß anscheinend noch nicht so genau warum, aber wenn's als Zusatzstoff in anderen Produkten ist, dann können sehr viele Menschen einfach darauf reagieren. Teilweise mit allergischen Reaktionen, teilweise mit Unverträglichkeitsreaktionen, mit Hautausschlägen, mit Kopfschmerzen oder, ja, Migräne auslösend.
00:09:05: Sabina: Und das würde ich dann schon, ich mein, das ist ja nicht der Sinn der Sache, wenn man etwas isst, dass man dann diese Symptome hat.
00:09:12: Daniela: Das heißt, wenn jetzt jemand 'ne Tomate isst, wo das Glutamat natürlich beinhaltet, kann das sein, dass der das gut verträgt, aber wenn er's Glutamat als Gewürz zusätzlich ins Essen macht, dann kann er reagieren.
00:09:29: Sabina: Ja, genau. Und es gibt eben halt auch verschiedene Glutamate, Glutamatverbindungen. Das ist dann halt ein hochchemischer Prozess und ja, das muss dann auch irgendwie vom Körper abgebaut werden. Und bei den Konservierungsstoffen, das ist eine andere Gruppe. Da gibt's die ganz klassischen, die man auch kennt aus der eigenen Küche, Zuckersalz, aber auch so zum Beispiel die Sorbinsäure E zweihundert, Benzoesäure E zweihundertzehn, Schwefeloxid, Natriumnitrit E zweihundertfünfzig kennen sicher viele oder kennt man aus dem gepökelten Fleisch, Salami und so weiter.
00:10:06: Sabina: Und ja, es gibt natürlich auch Süßstoffe. Das ist dann das Pendant wie künstliche Süßstoffe wie E neunhundertfünfzig Acesulfam, E neunhunderteinundfünfzig Aspartam. Und die sind halt auch noch, um auf, äh, die Frage von vorhin zurückzukommen, die stehen halt auch in Verdacht, dass sie halt nicht unbedingt gesundheitsförderlich sind, dass sie das Mikrobiom im Darm verändern.
00:10:30: Sabina: Ja, und ich glaube, zu Süßstoffen generell, wenn's nicht echter Zucker ist, muss man halt auch immer schauen, was macht das für eine Reaktion im Körper.
00:10:40: Grit: Also sind von diesen ganzen Zusatzstoffen, ähm, gibt's da auch bekannte Auslöser, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Migräne oder so was? Kannst du da was zu sagen, dass bestimmte Zusatzstoffe so etwas durchaus schon bei mehreren Leuten auch ausgelöst haben?
00:10:57: Sabina: Ja, also das, das, das sagt man, ja. Das ist halt auch schwierig. Ist's dann wirklich Ist dann wirklich genau dieser Stoff oder ist es vielleicht eine Kombination eines Stoffes noch mit einem, ähm, Nahrungsmittel? Also beispielsweise, wenn jemand sensibel auf histaminhaltige Lebensmittel reagiert. Alles, was 'n Fertigprodukt ist, ist so oder so mal, ähm, sehr belastet mit Histamin.
00:11:26: Sabina: Und wenn dann da natürlich noch Zusatzstoffe sind, ja, ist es vielleicht nicht immer ganz so klar, was dann schlussendlich der Auslöser war. Aber jetzt gerade Glutamate, die sind im Verdacht, dass sie das, dass sie das können. Auch die Farbstoffe, eben wie zum Beispiel diese Azofarbstoffe, aber es gibt auch noch andere, die stehen tatsächlich in Verdacht, dass sie das auslösen können.
00:11:48: Sabina: Und dann ist es einfach besser, wenn man sie natürlich meidet.
00:11:51: Daniela: Mhm. Gibt's denn besonders kritische Stoffe beziehungsweise wenn ja, warum?
00:11:59: Sabina: Ja, also die bereits erwähnten Azofarbstoffe, ja, da gibt's Hinweise aus Studien, dass sie Hyperaktivität fördern können, gerade bei ADHS natürlich nicht ideal, möglicherweise erbgutschädigend, allergieauslösend.
00:12:13: Sabina: Ja, auch wichtig, wenn jemand an Asthma leidet, an Ekzemneigung, an einer Atopie, eventuell Migräne auslösend. Aluminium E hundertdreiundsiebzig wird auch immer mal wieder kommt das irgendwo vor, auch in Kosmetika. Das weiß man inzwischen, auch wenn's lang umstritten war, dass es schlecht ist für das Nervensystem, dass es eventuell ein Auslöser sein könnte für Demenz, für Autismus.
00:12:36: Sabina: Also ich denke, da darf man schon 'n Auge drauf haben.
00:12:39: Daniela: Das sind jetzt alles so Nahrungsmittel, aber grad jetzt in der Kosmetik oder in der Körperpflege gibt's ja auch Zusatzstoffe, die man über die Haut aufnimmt. Das darf man ja nicht vergessen, die Haut ist unser größtes Organ und wir nehmen mit diesem Organ ganz viel auf und wir können aber auch ausscheiden, beispielsweise durch Schwitzen und Ähnliches.
00:13:07: Daniela: Aber wir nehmen eben auch auf. Wie ist es grad in der Kosmetik oder bei den Körperpflegeprodukten? Wie ist es da? Auf was sollte man da achten?
00:13:18: Sabina: Ja, also da gibt es so 'ne Grundregel von den drei Ps oder auch mehr Ps. Also die Parabene beispielsweise, die kommen immer noch oft vor. Das sind alles so Stoffe, Phthalate, ja, teilweise auch von der Produktion her, PCBs, Bisphenole.
00:13:39: Sabina: Da muss man einfach aufpassen, die sind einfach im Verdacht, dass sie sogenannt hormondisruptiv sind, also dass sie 'ne östrogenähnliche Wirkung haben oder die Östrogenrezeptoren im Körper belagern können. Und das ist dann halt, ja, das ist bei Kindern nicht gut, also Mädchen und Junge, aber auch bei Erwachsenen.
00:13:57: Sabina: Sie können auch die Poren verstopfen oder im Gegensatz dazu die Hautdurchlässigkeit- vermehren quasi und dann können andere Stoffe in den Körper eindringen. Also da macht es schon auch Sinn, dass man sich dann bisschen darüber informiert, was man sich auf die Haut Gibt auch, was ist in der Zahnpasta? Was ist im Shampoo?
00:14:19: Sabina: Das sind halt alles, wir können nicht nur über die Nahrung oder die Getränke etwas in uns aufnehmen, sondern auch, was wir uns auf die Haut geben. Die einen Dinge, die bleiben außen, aber es gibt auch Dinge, es gibt Stoffe, die, die nehmen wir auf und die haben dann auch eine Belastung im Körper.
00:14:33: Grit: Gibt es denn Personengruppen, die jetzt besonders sensibel für, auf diese Zusatzstoffe reagieren?
00:14:40: Grit: Oder ja, ist das auch wieder so 'ne individuelle Geschichte?
00:14:44: Sabina: Ja, also ich glaube, es ist schon individuell, aber ganz sicher hätte ich besonders ein Augenmerk auf Kinder, auf Schwangere, auf Stillende. Nicht zu vergessen auch die älteren Menschen, weil je älter wir werden, desto schwieriger ist es auch für den Körper, all diese Stoffe umzuwandeln und abzubauen.
00:15:00: Sabina: Weil alles, das muss man sich einfach bewusst sein, alles, was wir aufnehmen, das muss der Körper irgendwie behandeln. Also wir können, auch wenn wir's nicht wissen, unsere Leber hat dann immer zu tun. Unsere Niere hat zu tun, unser, unser Darm hat zu tun und je älter wir werden, desto, sag ich mal, teilweise langsamer laufen diese Prozesse ab.
00:15:22: Sabina: Also die Stoffe verbleiben dann auch länger im Körper. Und natürlich Menschen mit Allergien, mit Asthma oder anderen Vorerkrankungen, auch entzünd, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, würd ich speziell drauf schauen, was man sich zuführt.
00:15:36: Daniela: Gibt's denn 'ne Möglichkeit, dass ich meinen Körper unterstütz im Rahmen von Entgiftung oder Ausleitung oder Kur oder wie auch immer?
00:15:48: Daniela: Also sinnvolle Möglichkeiten.
00:15:50: Sabina: Ja, also ich denke in erster Linie mal, sich jetzt nicht durch diese, durch diese Zusatzstoffe allzu sehr stressen lassen. Ja, es ist wichtig, dass man sie anschaut, aber es ist jetzt nicht alles. Also ich denke, sich nicht in dem Sinn den großen Stress machen, dass jetzt alles nur noch giftig ist oder schlecht.
00:16:08: Sabina: Aber sich schon überlegen, hmm, geb ich meinem Körper auch, atme ich genügend tief den Tag durch? Hab ich ausreichend Schlaf? Weil auch diese ganzen Prozesse von diesem Stoffwechsel, auch der Umwandlung, auch Ausleitung, braucht auch Energie und braucht auch Zeit. Also wir, diese ganzen Prozesse, auch der Leber, die, die finden nachts statt.
00:16:29: Sabina: Also wenn wir genügend schlafen, wenn wir auch genügend Wasser trinken, dass auch die wasserlöslichen Stoffe dann den Körper wieder verlassen können, ist natürlich dann idealer, wenn wir nicht nur einmal am Tag aufs WC gehen. Ja. Und dass wir halt auch überlegen, okay, essen wir, wenn's immer möglich ist, bio und frisch.
00:16:48: Sabina: Bewegen wir uns, kommen wir auch mal ins Schwitzen. Und wenn man jetzt weiß, dass man einen Vitalstoffmangel hat, 'n Vitamin-B-Mangel oder sonstiger Mangel, dann wär es schon wichtig, dass man das angeht. Weil unsere Leber braucht auch gewisse Nährstoffe, damit sie überhaupt diese Arbeit machen kann. Also auch mal vielleicht, wenn man eh mal 'n Check-up hat, mal schauen, wie sind die Leberwerte, wie sind die Nierenwerte?
00:17:11: Sabina: Ja, und wenn man Beschwerden hat, die auch abklären und nicht einfach denken: Ja, das geht dann von alleine.
00:17:18: Daniela: Aber kann das ein, ich sage jetzt mal, normaler Hausarzt, kann der das benennen?
00:17:25: Grit: Gibt es so Testmöglichkeiten, wenn du jetzt zum Beispiel einen Verdacht hast darauf, oh, es könnte durchaus das Verschmaddel sein oder und du willst dir sicher gehen oder ja, vielleicht reagiere ich ja doch auf irgendeinen Zusatzstoff innerhalb von einem Essen.
00:17:37: Grit: Gibt es da, ja, wie bei den Allergietests, kann man da Unverträglichkeiten auch überprüfen lassen über diese, zu diesen Zusatzstoffen? Es macht das-- Und wenn ja, macht das ein Arzt oder wo muss man da hingehen?
00:17:48: Sabina: Ja, ich denke, das ist ein bisschen schwierig. Also es gibt schon Tests, die man machen kann. Man kann den Urin untersuchen lassen, man kann theoretisch eine Haarmineralanalyse machen und schauen.
00:17:58: Sabina: Man muss halt einerseits wissen, wonach man sucht. Es ist dann auch mit teilweise hohen Kosten verbunden. Also ich würde eher empfehlen, dass man halt mal das Gegenteil macht, dass man mal vielleicht ein, zwei Wochen nur frisch isst oder einfach Nahrungsmittel. Also es gibt durchaus auch Nahrungsmittel, die gar keine Zusatzstoffe beinhalten.
00:18:19: Sabina: Zum Beispiel normale Butter, die hat keine Zusatzstoffe drin. Es ist gar nicht erlaubt, dass man sich mal einfach ein, zwei Wochen so ernährt und mal schaut: Hat sich was geändert? Fühle ich mich besser? Das wäre jetzt einfach so die, die, die Wirkung generell der Stoffe.
00:18:35: Grit: Ja. Die einfachste Variante, das Ganze mal herauszufinden.
00:18:38: Daniela: Okay. Aber gibt's denn 'ne seriöse Ausleitung neben dem wenig Stress, gut schlafen, viel trinken, vitaminreich leben? Gibt's denn auch 'ne gezielte Ausleitung. Gibt's so was?
00:18:59: Sabina: Ja, da scheiden sich natürlich die Geister. Ich jetzt als Naturheilpraktikerin sage ganz klar Ja, man kann die Organe natürlich schon unterstützen.
00:19:09: Sabina: Es gibt diverse pflanzliche Mittel, die man einnehmen kann, um beispielsweise die Leber zu stärken, um den Darm zu stärken, um die Nierenfunktion, ähm, anzuregen, je nachdem. Es ist halt auch da wichtig, dass man weiß, dass grundsätzlich die Organe gut in einem guten, ähm, sag jetzt mal Funktionszustand sind.
00:19:31: Sabina: Also ich denke, wichtig ist einfach, wenn man von Ausleitung spricht, dass man sich bewusst ist, was mobilisiert man? Sind die Ausleitungsorgane in einem guten Zustand und wie bindet man die Stoffe und wie scheidet man sie aus? Weil was viele sich nicht überlegen, ist dann, dann lesen sie irgendwo ja, das ist noch gut.
00:19:52: Sabina: Ich könnte ganz viel Koriander nehmen oder irgendein anderes Produkt. Und dann mobilisieren sie teilweise tatsächlich auch beispielsweise Schwermetalle im Körper. Aber die müssen dann auch gebunden werden und ausgeleitet werden können. Und jetzt gerade bei so beim Thema Schwermetalle, da finde ich, wäre es wichtig, dass man zu einer medizinischen Fachperson geht.
00:20:14: Sabina: Also vor allem, wenn man weiß, dass man eine hohe Belastung hat, weil man zum Beispiel Amalgamfüllungen hat im Mund oder man hatte mal Kontakt mit diesen Leuchtröhren. Das Problem ist, wenn so eine Quecksilberlampe runterfällt, innerhalb von Sekunden hat man diese Dämpfe eingeatmet und das reichert sich an im Körper.
00:20:32: Sabina: Wenn man jetzt weiß, man hatte so einen Vorfall, würde ich jetzt eher empfehlen, dass man das mit einer medizinischen Fachperson anschaut. Das kann man auch finden, wenn man danach sucht. Das sind Umwelt, sogenannte Umweltmediziner und die können dann je nachdem mit einem Provokationstest und anschließender Chelattherapie arbeiten.
00:20:52: Sabina: Und ja, also das fände ich schon wichtig, dass man da auch darauf achtet, dass man in guten Händen ist.
00:20:59: Grit: Ähm, du meintest noch in dem Vorgespräch, das wir hatten, hier für unseren Podcast auch, dass wenn Leute anfangen, zum Beispiel auch, äh, Kuren zu machen oder so Darmkuren oder auch Diäten abnehmen oder so, dass durchaus diese Zusatzstoffe sich gerne eben auch mal im, äh, Fettgewebe ablegen beziehungsweise gebunden werden dort.
00:21:22: Grit: Und dass, wenn sie dann eben abnehmen, dass diese dann auch noch zusätzlich freigesetzt werden und das selten bedacht wird. Richtig?
00:21:31: Sabina: Ja, ganz genau. Das wird oft, oftmals vergessen, dass diese Stoffe, also der Körper, der macht im Grundsatz alles das, dass wir, dass es uns gut geht. Und manchmal kann es einfach sein, dass der Körper gerade schon im Stress ist, wenn wir jetzt irgendwie ganz viele Zusatzstoffe auf, auf welche Art auch immer aufnehmen.
00:21:51: Sabina: Und dann haben wir vielleicht gerade einen Infekt und wir nehmen ein bisschen Paracetamol. Dann ist die Leber sehr beschäftigt mit diesem, mit dem Abbau des Paracetamols. Dann werden gewisse Stoffe dann vielleicht irgendwo anders abgelagert und sehr oft geschieht das auch sonst automatisch im Fettgewebe.
00:22:07: Sabina: Und wenn dann eine Zeit kommt, wo man dann vielleicht, äh, abnimmt oder man macht 'ne Kur, dann werden diese, wird dieses Fett abgebaut und diese Stoffe kommen dann wieder in den Blutkreislauf. Und das kann dann durchaus sein, dass man plötzliche Reaktionen hat, die man gar nicht versteht, weil der zeitliche Zusammenhang oder der kausale Zusammenhang nicht mehr gegeben ist.
00:22:28: Sabina: Und ich denke, das darf man auch. Also es macht durchaus Sinn, wenn man auch da sich vielleicht begleiten lässt, oder ja, da gibt's dann teilweise kommt dann eben auch auf die Stoffe drauf an, dass man dann vielleicht 'n Heilerdeprodukt einnimmt. Ja oder, oder gewisse Algenpräparate, die binden können. Ja, das, das spielt dann eben ein bisschen eine Rolle, ja.
00:22:51: Daniela: Wie ist es denn im Alltag? Gibt's denn irgendwelche Warnsignale oder irgendwelche Kennzeichnungen auf Verpackungen, ähm, dass ein Produkt problematisch ist? Oder gibt's irgendwelche Apps oder Listen, wo ich diese E-Nummern nachgucken kann oder die mir helfen, das irgendwie auseinander zu drüseln oder mal nachzugucken und das natürlich möglichst Zeit sparend beim Einkaufen.
00:23:20: Daniela: Sind jetzt vielleicht auch zwei Fragen in einem, aber gibt's da irgendwelche Hinweise, die einem den, den Alltag leichter machen?
00:23:28: Sabina: Absolut. Also wie gesagt, nicht jede E-Nummer ist schlecht, nicht jeder Zusatzstoff ist schädlich. Damit man das unterscheiden kann, gibt's 'ne ziemlich bekannte App und es ist aber auch 'ne Webseite.
00:23:40: Sabina: Das wäre Codecheck, also auf Englisch. Es ist eine, die Firma hat den Sitz in Berlin. Teilweise, wenn man das App hat, kann man sogar Barcodes scannen. Also man kann dann quasi mit dem, ähm, Smartphone dann auch gleich die Produkte so scannen oder auch nachschauen. Es gibt diverse andere Apps, da kann man einfach E-Nummer eingeben im, im App Store und dann kann man schauen, ob einem da eine passt.
00:24:05: Sabina: Es gibt auch viele Webseiten, gerade auch bei Konsumentenschutzorganisationen von den jeweiligen Ländern. Die haben oft 'ne Auflistung und dann kann man da nachschauen. Und auch für sich schauen. Teilweise ist's dann auch so gemacht, dass, dass das zum Beispiel steht, äh, kann bedenklich sein oder ist garantiert bedenklich oder nicht geeignet für Migränepatienten oder ja, die haben da ganz, ganz verschiedene, ja, noch Zusatzinformationen, wenn's einen interessiert.
00:24:33: Sabina: Und ich würde sagen, wenn ein Produkt mehr als fünf Zusatzstoffe hat, würd ich schon empfehlen, dass man mal einfach nachschaut. Vor allem auch bei Produkten, die man täglich braucht.
00:24:45: Daniela: Welche Schritte würdest du denn jetzt oder welche ersten Schritte würdest du denn jetzt Familien oder allgemein der Bevölkerung, unseren Zuhörerinnen, unseren Zuhörern empfehlen, die sie jetzt angehen können?
00:24:58: Sabina: Ja, also ich würde hauptsächlich ganz pragmatisch die häufig konsumierten Produkte mal genauer anschauen. Nicht alles, nicht jedes Produkt, das man kauft, aber das, was man vielleicht täglich braucht, was man einfach immer wieder nachkauft, wie Bouillon, wie Gewürze. Die würde ich mal anschauen mit zum Beispiel Codecheck und mal schauen, was ist da überhaupt drin.
00:25:19: Sabina: Kann ja sein, dass da gar nichts drin ist, das irgendwie bedenklich ist. Vielleicht gibt's dann aber auch eine neue Entscheidung. Ich würde neue Kleider immer waschen vor Gebrauch, egal ob für Erwachsene oder Kinder. Immer mindestens einmal waschen, weil da hat's auch viele Stoffe drin, die definitiv nicht gesund sind.
00:25:36: Sabina: In Schuhe würde ich ge, also auch so Turnschuhe würde ich nie ohne Socken reingehen. Weil auch da weiß man, dass viele Chemikalien drin sein können, außer es ist speziell erwähnt Keramik unbekannter Herkunft würd ich auch vorsichtig sein. Also wenn man irgendwo was im, im Brocki oder so kauft, alles okay.
00:25:57: Sabina: Es kann halt immer auch sein, dass die mit, diese Farben mit Blei belastet sind. Da gibt's auch so Tests, wollt ich schon lange mal selber kaufen, hab ich noch nicht geschafft. Aber wenn jetzt jemand ganz viele Keramik zu Hause hat, wo er nicht weiß, ob sie, äh, lebensmittelecht ist, ob man das da drin essen kann, wär ich vorsichtig.
00:26:16: Sabina: Dann würd ich regionale Bioprodukte einkaufen und das geht jetzt wirklich gar nicht um das Ideologische dahinter. Auch das ist natürlich 'ne gute Sache, aber es ist ganz simpel: Man hat in Tests, auch von KTIP kann man das alles im Internet finden, vor allem Trauben, Äpfel, Beeren, Paprika, Tomaten, Gurken sind enorm belastet.
00:26:37: Sabina: Also teilweise hat, haben die Tafeltrauben bis zu sieben Pestizide und Glyphosate. Und das ist jetzt nicht 'n klassischer Zusatzstoff, sondern das sind dann wirklich quasi die toxischen Stoffe, die da einfach in, in die Traube eindringen und da hilft auch nicht, wenn man die Trauben wäscht. Und das ist halt einfach 'ne große Belastung.
00:26:55: Sabina: Also da lohnt es sich wirklich, wenn man Bioprodukte einkauft. Und ja, halt möglichst wenig verarbeitete Produkte, wenn man die nicht gut verträgt und wenn, dann die Inhaltsstoffe lesen. Vielleicht auch Glasverpackungen bevorzugen vor jetzt irgendwie Plastik und wenn man Plastikprodukte hat, auf BPA-freie Plastikprodukte achten.
00:27:18: Sabina: Alugefäße nicht unbedingt verwenden, auch beim Grillen, das ist nicht ideal. Auch wenn Säure da draufkommt oder Salz, dann lösen sich diese Aluminiumpartikel und gelangen in den Körper. Und was auch ganz wichtig ist: All die künstlichen Beduftungsartikel, diese Holzstäbchen, Autobäumchen, WC-Sprays, Duftkerzen, die nicht auf ätherischen Ölen, reinen ätherischen Ölen basieren, bitte nicht verwenden, schon gar nicht bei Kindern.
00:27:47: Sabina: Weil da weiß man, dass diese Stoffe vermutlich hochgradig kanzerogen wirken, also krebsfördernd sind.
00:27:54: Grit: Okay, krass. Das sind ja mal richtig gute Tipps.
00:28:01: Daniela: Wie viel Bäumchen hast du denn im Auto, Gret?
00:28:04: Grit: Ja, ich glaube, ja, ich glaub schon 'n bisschen zu viel. Also was, was mir, was mir jetzt wirklich 'n bisschen Sorge macht, ist barfuß in Turnschuhen, weil das hab ich jeden Tag.
00:28:13: Grit: Na ja, gut. Man lernt nicht aus.
00:28:16: Daniela: Sabina, jetzt zum Schluss drei Punkte für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer. Welche drei Kernbotschaften willst du ihnen noch mitgeben?
00:28:27: Sabina: Ja, die erste Botschaft wäre ganz klar durchatmen. Der Grundsatz von Paracelsus, nur die Dosis macht das Gift, das gilt natürlich auch hier.
00:28:35: Sabina: Also nicht jeder E-Stoff ist schlecht. Man ist jetzt nicht automatisch vergiftet, auch wenn man jetzt das erste Mal von diesen Zusatzstoffen gehört hat. Angst ist sowieso nie 'n guter Ratgeber, aber sich Sicher mal bewusst vielleicht mal informieren, selber etwas über die Inhaltsstoffe lesen und einfach selber eine Entscheidung treffen, auch vielleicht kreativ werden.
00:28:58: Sabina: Und Bio ist auch nicht immer massiv teurer. Und die häufig konsumierten verwendeten Produkte genauer betrachten und dort mit kleinen Änderungen starten. Und unbedingt, und das ist für mich so das, die eigentlich die wichtigste Botschaft auch von heute, wenn ich eine hab, auf den eigenen Körper hören und Reaktionen ernst nehmen.
00:29:19: Sabina: Also wenn ständige Müdigkeit, Allergien, Verdauungsstörungen, autoimmune Prozesse, Hautausschläge, Herzklopfen auftreten nach jedem Essen oder nach vielen Essen, dann kann das durchaus sein, dass es an den Zusatzstoffen liegt und dann das unbedingt ernst nehmen und einfach mal lesen.
00:29:38: Daniela: Vielen Dank, liebe Savina.
00:29:40: Daniela: In diesem Sinne: Gutes Einkaufen, gutes Essen, schöne Kleidung, feine Kosmetik. Tolles Geschirr. Tolles Geschirr. Lasst's euch gut gehen. Passt auf euch auf. Gute Entscheidungen. Vielen Dank, liebe Savina. Macht's gut.
00:29:58: Grit: Vielen Dank, Savina. Danke schön. Tschüss, bis bald. Tschau, danke euch. Tschüss.
00:30:06: Daniela: Bei Fragen, Unsicherheiten oder einem unguten Gefühl kontaktieren Sie je nach Tag und Uhrzeit Ihre eigene Ärztin oder den eigenen Arzt, die eigene Hebamme, den eigenen Geburtshelfer oder die eigene Therapeutin, den eigenen Therapeut, die diensthabende Notfallapotheke sowie die Telefonnummer des ärztlichen Notfall- beziehungsweise Bereitschaftsdienstes.
00:30:30: Grit: Der Podcast gibt keine Heilungsversprechen. Der Podcast ist kein Ersatz für eine medizinische Abklärung. Der Grundgedanke dieses Podcasts ist es, eine Unterstützung zu geben, die aktuelle Situation besser einzuschätzen, in eine stabilere Handlungsfähigkeit zu kommen, Zusammenhänge leichter zu verstehen, sowie am Ende aufgestellter durch manche unangenehme Situation zu gehen und zu wissen, welche möglichen Anlaufstellen passende Unterstützung geben können.
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