#14: Haben Augen noch andere Aufgaben, ausser zu sehen? Dioptrien durch Augenübungen verbessern.
Shownotes
Haben Augen noch andere Aufgaben, ausser zu sehen? Welche Anlaufstellen, ausser den Augenarzt gibt es? Welche Symptome weissen auf ein Augenthema hin? Bei Erwachsenen und Kindern. Ist an Lichtempfindlichkeit und Dioptrienzahlen selbstbestimmt was zu ändern? Fragen, die Grit Knapp heute mit uns angeht.
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00:00:00: Grit: Herzlich willkommen zum Podcast „Das Kind braucht einen Namen". Der Podcast für Ihre Gesundheitskompetenz am Wochenende, an Feiertagen und nachts um zwei. Mit Daniela Ammon und Grit Knop.
00:00:17: Daniela: Guten Morgen, guten Mittag, guten Abend, gute Nacht. Herzlich willkommen, egal wann und wo ihr und Sie uns hören. Wir haben heute das Thema Augen und ich würde gerne von der Grit wissen, da sie Ergotherapeutin ist, Osteopathin ist, Rother Therapeutin ist, da kommt man ja nicht automatisch auf das Thema Augen.
00:00:42: Daniela: Und mich würde jetzt einfach interessieren, liebe Grit, warum beschäftigst du dich mit dem Thema Augen? Was machst du in deiner Praxis? Welche Therapieformen gehst du an? Und was kommt dir im wortwörtlichen Sinne so unter die Linse in deinem Alltag? Mit was für Situationen bist du da konfrontiert?
00:01:05: Grit: Ja, hallo Daniela.
00:01:07: Grit: Hallöchen zusammen. Genau, konfrontiert wurde ich tatsächlich, äh, als erstes in, äh, mehreren Fortbildungen unterschiedlicher Art, die ich so im Laufe meines Lebens auch vor allen Dingen als Osteopathin besucht habe. Auch aus eigenem Thema, weil ich, ähm, stark kurzsichtig bin. Und da war das für mich immer interessant zu schauen, welche Aufgabe haben Augen außer eigentlich das Sehen.
00:01:33: Grit: Und die haben tatsächlich vielerlei Aufgaben und, ähm, ja, und da bin ich dann halt viel und oft konfrontiert worden in den Weiterbildungen. Und es ist so, dass, äh, Leute ja zu mir kommen, also Erwachsene mit Kopfschmerzen, manchmal auch durchaus Kinder, was ja eben doch sehr, sehr, sage ich, na ja, was heißt merkwürdig, aber es ist ja schon ungewöhnlich, wenn ein Kind sagt: "Ich habe Kopfschmerzen."
00:01:59: Grit: Äh, wenn das häufiger vorkommt mal, kann's natürlich sein, wenn's krank ist oder so. Aber, äh, wenn's denn, wenn's dem Kind eigentlich sonst gut geht und es dann immer mal wieder sagt am, am, in den Mittagsstunden oder auch, äh, dann so am, am, im Laufe des Tages: "Ich hab Kopfschmerzen" oder "Ich kann mich nicht gut konzentrieren."
00:02:16: Grit: Dann sollte man hellhörig werden sowieso, damit dann auch auf jeden Fall zum Arzt gehen mit dem Kind, um einige Dinge auch auszuschließen, aber nicht zuletzt auch an die Augen zu denken. Und das ist halt auch für mich 'n, 'n wichtiges Anliegen jetzt, weshalb ich gerne diese Sendung machen möchte über das Sehen und über die Augen, weil es einige Symptome gibt, die durch Fehlsichtigkeiten oder, ja, schlechte Versorgung des Auges oder durch eine ungünstige visuelle Wahrnehmungsverarbeitung, ähm, verursacht werden können und man denkt aber nicht direkt gleich an die Augen sozusagen.
00:03:00: Grit: Und deswegen ist mir das ein Anliegen, dass wenn man das vielleicht hört, dass man dann sagt: „Ach Mensch, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Lass ich das doch mal testen." Genau.
00:03:09: Daniela: Was ist denn das für 'ne Situation? Wei-Wenn du jetzt sagst, von den Symptomen her kommen die Menschen eigentlich wegen ganz anderen Dingen zu dir und wenn du dann gewisse Tests durchführst, kommst du dann aber auf das Thema Augen.
00:03:24: Daniela: Also erstens: Was für Symptome sind es? Was machst du dann? Und was empfiehlst du dann? Oder was können die dann umsetzen oder ändern, wenn du weißt, okay, das Thema sind die Augen.
00:03:40: Grit: Also, ähm, Symptome können sein tatsächlich Migräne, Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerz, Schwindel, äh, sogar Übelkeit, Doppelbilder.
00:03:52: Grit: Das ist dann schon, dass man sagt: „Okay, da ist irgendwas vielleicht mit dem Auge nicht in Ordnung." Ja, Konzentrationsstörungen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, das alles so auch im Laufe des Tages zustande kommend, also nicht gerade schon unbedingt morgens. Also ich würd jetzt nicht unbedingt grade daran denken, okay, da ist jetzt was mit den Augen nicht in Ordnung, wenn jemand morgens aufwacht und sagt: „Oh, ich bin überhaupt nicht erholt."
00:04:17: Grit: Also da würd ich dann, äh, ich hab zwar geschlafen und ich hab auch vermeintlich durchgeschlafen, aber ich, äh, wache auf und ich bin nicht erholt. Da würd ich jetzt weniger an die Augen denken. Aber, äh, so im Laufe des Tages, nachdem man dann viel Computerarbeit gemacht hat, äh, vor allen Dingen eben bei Leuten natürlich, die am Computer sitzen Weniger bei Leuten, die, äh, auf dem Bau arbeiten oder draußen arbeiten und viel in die Ferne schauen.
00:04:43: Grit: Würde ich jetzt auch nicht unbedingt an die Augen zuerst denken, weil Augenprobleme oft ersichtlich werden durch die, die kurze, wie sagt man das, kurzsichtige Arbeit, also eben PC-Arbeit, ja. Weil das ist eigentlich nicht typisch für uns, äh, dass wir in den Räumlichkeiten sitzen, dass wir wenig Sonneneinstrahlung haben, wenig Luft uns herum haben.
00:05:06: Grit: So sind wir ja gar nicht gemacht worden, dass wir so viel drin sind. Bei künstlichem Licht auch noch. Damit muss unser Auge ja auch zurechtkommen, unser Hirn zurechtkommen und vor allen Dingen diese wahnsinnig, ähm, lange, starre Arbeit am PC, äh, wo wenig Bewegung stattfindet und auch wenig Abwechslung stattfindet.
00:05:26: Grit: Also wenig dieses, die Fernsicht und, und Nahsicht im Wechsel, ja, also die Akkommodation sozusagen. Schulter-Nacken-Beschwerden dann auch, dass die Leute sagen: „Ja, typisch PC-Arbeit", aber es gibt ja durchaus Leute, die sitzen am PC und haben eben keine Schulter-Nacken-Beschwerden, ja. Also da würde ich dann auch sicherlich mal, äh, mir die Augen auch näher angucken.
00:05:47: Grit: Oder Leute, die häufiger stolpern oder sich irgendwo stoßen und sagen: „Ach ja, ich bin so ein Tollpatsch." Genau. Und im Rahmen meiner Posturologie-Arbeit, äh, wenn jemand sich posturologisch bei mir vorstellt, da gucke ich mir sowieso die Rezeptoren, also durch die Augen an, weil die Augen auch dafür zuständig sein könnten, dass man eine Fehlstellung in der Wirbelsäule bekommt.
00:06:13: Grit: Weil wenn man mit einem Auge besser gucken kann oder es besser angesteuert wird, dann dreht der Kopf so, dass das Auge dann Quasi in die, in den Raum reingestellt wird, dass es dann mehr gucken kann. Und damit wir dann nicht wie so ein Krebs durch die Gegend laufen, so halb schräg, äh, muss sich natürlich dann der Rest des Körpers dann auch wieder einstellen.
00:06:32: Grit: Das heißt, der Rest der Wirbelsäule dreht sich dann entgegen und dann haben wir da halt schon, schon 'ne, 'ne Anpassung eigentlich bis zum Becken hinein. Und das zeigt sich dann auch natürlich an die, äh, an der Hüftstellung, Kniestellung und bis zu den Füßen runter.
00:06:46: Daniela: Kannst du noch mal kurz erklären, was Posturologie ist, was man da macht?
00:06:52: Grit: Ja, da geht es um die Haltungslehre im Prinzip, also wie jemand steht, sich auch bewegt, aber man, ähm, schaut sich, äh, den Menschen im, im Stand an und wie ist die spontane Haltung von dem. Also steht der symmetrisch, äh, oder gibt es 'n Schulterschiestand? Gibt es 'n Beckschiefstand? Gibt es 'ne, 'ne, 'ne Bewegungseinschränkung in der Rotation der Halswirbelsäule beispielsweise?
00:07:17: Grit: Gibt es Kieferauffälligkeiten, Knacken et cetera und so weiter. Und dann schaut man halt, welche Rezeptoren, wie eben unter anderem Augen, Kiefer, ja die Haut, gibt es Narben und so weiter und, äh, Füße. Wie sind die, wie sind die Rezeptoren angesteuert? Sind die gut im Alignment sozusagen, also steht der gut im Lot oder gibt es Abweichungen?
00:07:41: Grit: Ist er eher vorne belastet? Ist er weiter hinten belastet? Hat er einen, einen Buckel sozusagen, also eher 'ne Kyphose oder hat er 'ne, äh, 'ne dreidimensionale Verdrehung der Wirbelsäule et cetera, et cetera, et cetera. Und das schaut man sich dann aus posturologischer Sicht an Genau.
00:07:58: Daniela: Und jetzt noch mal zu den Symptomen.
00:08:00: Daniela: Ähm, diese klassische PC-Büroarbeit, das trifft ja jetzt eher die Erwachsenen, wobei ja auch die Kinder in, im Kindergarten, in der Schule oftmals viel in Innenräumen sind und somit ja auch nicht mehr so wie früher viel mit dem Tageslicht konfrontiert sind. Was sind denn bei Kindern so, ich sage jetzt mal, klassische Symptome oder Symptome, die dir im Alltag unterkommen, wo sich's dann am Ende die Augen dreht?
00:08:31: Grit: Ja, tra, also sie können's tatsächlich noch besser kompensieren als Erwachsene, äh, tatsächlich, weil sie durchaus dann doch noch zumindest in der Schweiz ist es so, dass da sehr viel Wert drauf gelegt wird, dass die in die Schule zu Fuß gehen und auch wieder nach Hause, sodass sie teilweise wirklich gezwungen in Anführungsstrichen sind, viermal einen Schulweg zu bestreiten, sodass sie da in gewisser Weise eine Bewegung haben und auch mal in die Ferne schauen können, was da wirklich sehr wichtig ist, um auch das Auge mal zu erholen, wenn wir jetzt gerade mal nur bei dem Rezeptor sind.
00:09:04: Grit: Genau, aber, ähm, es ist schon traurigerweise auch dadurch, dass sie viel, ja, ins Handy schauen oder viel aufs Tablet schauen, sei es in der Schule oder tatsächlich auch durch Gaming, sind das schon, schon, schon auch vermehrt Kopfschmerzen, von denen sie berichten, oder Nackenschmerzen oder Na, so 'n Knacken und, und, und Kruseln, was sie berichten, oder, äh, Spannungen.
00:09:30: Grit: Also es ist tatsächlich schon, schon jetzt auch vermehrt so etwas. Wenn das jetzt von den Kindern nicht berichtet wird, gibt es auch welche, die kommen. Da heißt es eben, das Kind kann nicht, nicht ruhig sitzen, wenn es, ähm, konzentriert, ja, Feinarbeit ausrichten soll im Kindergartenalter oder im, im, im Schulalter dann eben nicht richtig lesen kann oder sehr langsam liest oder Mühe mit dem Lesen hat und wirklich nur das Nötigste macht oder auch, äh, Buchstaben verwechselt teilweise oder ja, auch in der Zeile verrutscht, wenn es liest.
00:10:10: Grit: Solche Geschichten weisen schon auch darauf hin. Und dann natürlich Konzentrationsprobleme, Aufmerksamkeitsprobleme. Sie sind dann schon durchaus auch frustriert auf eine Art, weil sie merken, Mensch, eigentlich könnte ich's doch besser oder ich müsste es besser können und irgendwie klappt es nicht, weil es ist so verschwommen.
00:10:27: Grit: Aber sie kennt's dann ja auch gar nicht anders. Äh, sie wissen nicht, wie es eigentlich normal sein sollte, aber irgendwo merken sie dann schon, es stimmt da was nicht, ja. Und, ähm, sind dann sehr dankbar, wenn man das entdeckt und es auch, auch wirklich dann relativ schnell besser wird. Genau, oder dass dann eben so typisch bei Kindern ist dann eben auch so diese Tollpatschigkeit, ne.
00:10:47: Grit: Sie stoßen sich irgendwo, äh, wenn sie um die Tür, äh, um die Ecke laufen, dass sie sich an der Tür stoßen oder an, an der Tischkante und das dann auch wirklich auffällt, ne. Oder so, so stolpern. Also das sind häufig Hinweise, wo man ein bisschen mal hellhöriger werden soll. Auch wenn sie dann bei einer U-Untersuchung waren und es ist alles in Ordnung, ähm, und ja, Augen super, aber das sind dann trotzdem so Hinweise, wo man vielleicht doch noch mal ein bisschen, äh, nachhaken sollte, ob da was mit den Augen nicht in Ordnung ist.
00:11:16: Daniela: Mhm. So, jetzt kommen quasi erwachsene Kinder kommen zu dir mit diversen Symptomen. Du bist sehr breit aufgestellt, was deine Diagnostikmöglichkeiten angeht. Dann ge-ge-gehst du das für dich durch. Dann kommt für dich dieses und jenes raus. In dem Fall jetzt das Thema Augen. Was kannst du machen, was vielleicht unterstützend ist?
00:11:43: Daniela: Oder was kannst du denjenigen an die Hand geben? Und wo ist dann der Augenarzt gefragt? Oder wo arbeiten der Augenarzt und du zusammen? Oder wo kannst du vielleicht auch allein was bewirken? Wie geht es dann weiter?
00:12:02: Grit: Also ganz oft ist es so, dass die Leute eh schon eine Brillenversorgung haben oder eine andere Sehhilfe haben, Kontaktlinsen, wie auch immer.
00:12:15: Grit: Also es war, es gibt eigentlich kaum jemanden, der nicht bei mir war und auch schon mal irgendwo beim Augenarzt vorstellig war. Ja, das heißt jetzt nicht, dass alle eine Brille haben, die bei mir sind, aber also sicherlich auch schon mal beim Kinderarzt überprüft worden sind oder da irgendwo einen Sehtest gemacht haben oder es wurde mal ein Sehtest gemacht im Rahmen für den Führerschein oder so.
00:12:39: Grit: Also es war eigentlich jeder schon mal irgend, irgendeiner Form beim Augenarzt. Und wenn jetzt natürlich jemand kommt und sagt, er hat Doppelbilder und war gar nicht beim Arzt und kommt dann zuerst zu mir, ja, frage ich natürlich schon bestimmte Dinge ab, aber dann empfehle ich durchaus auch, bevor wir dann wirklich auch mit einer, ähm, Therapie für die Augen anfangen, dann, ähm, sage ich natürlich, geh mal lieber zum Arzt und lass da mal abklären und, und lass dich mal checken, ob da etwas ist, was, was, ja, von einem Arzt einfach behandelt werden muss.
00:13:16: Grit: Und ansonsten, wenn es da keine direkten Auffälligkeiten gibt, sondern dass der eigentlich so in erster Linie normal gucken kann, aber eben da, äh, klagt über meinetwegen Konzentrationsprobleme, wenn er länger am PC sitzt oder müde ist, dann, ja dann schaue ich mir eben die Augen genau an. Und dann gucke ich: Können die Augen in die Nähe schauen?
00:13:42: Grit: Können sie also einen Gegenstand ganz, äh, aus der Nähe fixieren, auch symmetrisch fixieren oder nicht? Gibt es 'ne Asymmetrie und, ähm, kann er wechseln zwischen nah und fern? Kann er beispielsweise den Kopf drehen und den Blick geradeaus gehalten haben, auf einen, auf einen Gegenstand fixiert? Äh, und all solche Tests, da gibt es dann ganz viele und dann kann man mal schauen.
00:14:08: Grit: Gibt es zum Beispiel auch ein verstecktes oder ein latentes Schielen, eine Heterophorie, bei der, ähm, das Auge eigentlich 'ne gewisse Schwäche hat, immer gerne also auch irgendwo in die Mitte ein bisschen, also eher nach innen schauen möchte oder nach außen schauen möchte im, im Ruhezustand. Das aber nicht passiert, weil das Hirn das dann ausgleicht.
00:14:33: Grit: Und für jemanden, der dann diese Person, die das hat, anschaut, sehen die Augen völlig normal aus, sage ich mal. Sie schielen nicht, das fällt nicht auf, sondern diese Anpassung findet dann tatsächlich auch durch, durch das Hirn statt oder durch bestimmte Kopfbewegungen. Aber diese gewisse Schwäche nach innen oder außen besteht und das muss immer wieder kompensiert werden und diese Kompensation kostet Kraft und Konzentration.
00:14:59: Grit: Und das ist dann das, was auf Dauer natürlich das Auge auch sehr, sehr anstrengt und 'ne hohe Spannung macht. Und diese hohe Spannung kann sich dann zeigen eben in Müdigkeit oder dass man nicht mehr so deutlich sehen kann gegen die Abend, äh, ge, in den Abendstunden oder bei, bei schwächerem Licht nicht mehr gut lesen kann und solche Geschichten.
00:15:20: Daniela: Dann gibt's ja wahrscheinlich gewisse Therapieformen, die du anwenden kannst, aber ich stell mir vor, dass es wahrscheinlich auch gewisse Übungen gibt, die dann die Personen selber durchführen können. Bei welchen- Ja, ich sag jetzt mal, bei welchen Diagnosen kannst du denn, sei es jetzt selber oder mit den Übungen, die die Leute selber selbstständig übernehmen, bei welchen Diagnosen kann man denn 'ne Verbesserung erzielen?
00:15:53: Grit: Also bei diesem latenten Schielen beispielsweise, also bei diesem nicht, also mit dem versteckten Schielen, da kann man mit Augenübungen absolut eine Verbesserung erzielen. Die Leute können sich besser konzentrieren, sie können leichter schauen. Also wirklich, dass sie sagen, es fällt mir leichter, wieder auf den PC zu schauen oder es fällt mir leichter, wieder Bücher zu lesen.
00:16:17: Grit: Auch mit einer gewissen Kurzsichtigkeit, vor allen Dingen, wenn die sich erst so in dem Jugendalter entwickelt hat oder auch 'ne, 'ne geringe Weitsichtigkeit. Also ich hatte auch mal 'ne Patientin, die ist dann in eine Sehschule gegangen, also bevor sie überhaupt zu mir gekommen ist mit anderen Themen und sie hat, ähm, tatsächlich also drei Dioptrien im Minusbereich, also in der Kurzsichtigkeit, wegtrainiert.
00:16:42: Grit: Also das, und das auch nachhaltig. Also das war sehr eindrücklich. Das, da muss man, also man muss aber auch sagen, mit den Augenübungen muss man dann dranbleiben, äh, auch wirklich, also mehrfach am Tag. Das ist, äh, das ist schon so. Aber da kann man wirklich echt gute Ergebnisse erzielen. Und Erkrankungen des Auges kann man gut begleiten, auch mit einem Augenakupunkteur beispielsweise, bei dem ich jetzt, äh, vor ein paar Wochen eine ganz interessante Weiterbildung besucht habe, ähm, über das Sehen.
00:17:17: Grit: Und er hat dann eben auch bestimmte Themen gehabt oder w-w-über Themen erzählt wie über den grünen Star, also über das Glaukom, über, ähm, Makuladegeneration, über den grauen Star. Also dass man da durchaus begleitend therapieren kann und auch Verbesserungen erreichen kann bis zu einem gewissen Grad oder im Anfangsstadium.
00:17:38: Grit: Und was ich dann auch so aus osteopathischer Sicht ganz gerne noch empfehle, sind bestimmte Nahrungsmittel, die eben, ähm, besonders gut für die Augen sind oder Nahrungsmittelergänzungen, die auch unterstützend sind und antioxidative Inhaltsstoffe haben. Und da kann man echt schon, schon wirklich viele Sachen mit, mit verbessern und erreichen, ja.
00:18:01: Daniela: Also ich kenn, äh, diese Augenübungen aus dem Sport, aus dem Leistungssport. Und zwar geht's dann darum, dass man seine Reaktionsfähigkeit quasi beschleunigt oder Erhöht. Also es geht die Reaktionsfähigkeit und da kenne ich das mit diesen Augenübungen.
00:18:22: Grit: Ja genau. Also das viel auch so ein Torwart oder auch so im, im Unihockey, da, ähm, bietet sich das an.
00:18:30: Grit: Oder auch wenn du ein Feldspieler bist, dass du, ja, dass du viele Augenübungen machst, damit dann eben auch dein Sichtfeld sich erweitert sozusagen. Und dass du auch in der Lage bist, wenn du geradeaus guckst, dass du dann eben links und rechts durchaus auch deine Mitspieler erkennst oder gegnerische Spieler.
00:18:45: Grit: Und das veränd-- das verbessert sich durch, ähm, solche Augenübungen, ja, dass du, ähm, ja, Blickfixierung auf 'n Finger oder auf 'n Gegenstand, den du vor das, aufs Auge hältst und dann bestimmte Bewegungsabfolgen machen kannst. Und ja, es ist einfach sehr hilfreich, auch für die Akkommodation, also für die Fähigkeit, zwischen nah und fern zu wechseln oder in die Divergenz.
00:19:08: Grit: Also dass du in der Ferne tatsächlich auch, ja, in der Ferne beispielsweise Bäume oder Äste oder Blätter dir ganz weit weg suchst und versuchst, sie zu fixieren. Das sind auch gute Übungen, aber da, das kann zum Beispiel auch eine Störung sein, dass du das wie verlernt hast, echt in die Ferne zu gucken, weil das brauchst du heutzutage einfach nicht mehr.
00:19:27: Grit: Und das ist 'n Problem, weil das Auge erholt sich eigentlich extrem, wenn du in die Ferne guckst. Das ist 'n ganz entspannender Zustand fürs Auge und das können wir heutzutage nicht mehr. Das kannst du mit diesen Augenübungen und kannst du das unheimlich, ähm, gut unterstützen. Oder es gibt bestimmte Akupressurpunkte, die du, ähm, anwenden kannst oder die du drücken kannst, die 'ne Entlastung bringen.
00:19:48: Grit: Und, ähm, es gibt Augenspülungen mit 'ner Augenwanne und, und so 'm, so 'm Augentrosttee. Also da kö-- Also da könnte ich dir ganz, ganz viel erzählen. Und das, da, was mir wichtig ist jetzt, dass man weiß, dass es das gibt und dass man da wirklich auch Verbesserungen erreichen kann. Auch ganz beliebt, so eine Konvergenzstörung, dass wenn du eben nicht in die Nähe gucken kannst eigentlich, aber du hast halt die ganze Zeit die Nähe durch PC-Arbeit, durch Tablettarbeit oder durch das, äh, in der Schule, dass du dann schreiben musst und so weiter.
00:20:18: Grit: Dass du dort auch wieder, äh, trainierst, dass die Augen in die Nähe, äh, symmetrisch wieder fixieren können, ja. Kannst du unheimlich viel erreichen mit.
00:20:27: Daniela: Ich würde noch das Thema Sonnenlicht gerne ansprechen.
00:20:32: Grit: Mhm.
00:20:33: Daniela: Also Tageslicht ist ja, denke ich, allen klar, dass das gut ist, aber sobald die Sonne scheint, sieht man ja ganz viele Leute mit Sonnenbrille rumlaufen.
00:20:42: Grit: Mhm.
00:20:42: Daniela: Wie ist das Thema zu anzuschauen? Ich will gar nicht bewertend sagen. Es, wie ist dieses Thema anzuschauen? Mit welchen Aspekten und was darf man einfach mal für Gedanken mitnehmen und für sich mal nachwirken lassen?
00:21:00: Grit: Ja, also prinzipiell sind wir ja schon mal nicht mit der Sonnenbrille auf die Welt gekommen und insofern muss man auch sagen, das Auge, also der Körper ist eh sehr faszinierend.
00:21:10: Grit: Der hat halt auch seine eigenen Schutzmechanismen und die werden halt durch so 'ne dunkle Sonnenbrille vor allen Dingen werden die so ein bisschen, ähm, totgetreten sozusagen. Also das heißt, wenn oder, oder das Auge wird auch wieder dort so ein bisschen faul gemacht. Ja, also wenn du dann so dunkle Sonnengläser aufsetzt und wir haben, wir haben den Ziliarmuskel, der das, ähm, der die Pupille ansteuert und, und, und vergrößern und, und verkleinern lässt.
00:21:36: Grit: Und, ähm, wenn du dann die Sonnenbrille aufsetzt, dann ist die Pupille groß. Die UVA- und B-Strahlen werden, äh, gegebenenfalls durch die Brillengläser, je nachdem, wie gut die sind, gefiltert. Aber alle anderen Strahlen, die können dann da durch das offene Auge sozusagen oder die geweitete Pupille hindurchdringen.
00:21:55: Grit: Also das zum einen finde ich schon mal, ähm, sehr bemerkenswert und, ähm, ja, vielleicht nicht ganz optimal. Außerdem ist es so, dass das Auge auch den Startschuss gibt für, ähm, ja, für die Nachtruhe. Also das heißt, wenn das Auge mitbekommt, es wird dunkel draußen, ja, dann, ähm, werden auch, wird langsam auch das Melatonin ausgeschüttet unter anderem und, ähm, gibt dann ab einem bestimmten Zeitpunkt wirklich auch den Startschuss zu sagen: Okay, jetzt kommt die Nacht und jetzt kommen wir langsam zur Ruhe.
00:22:29: Grit: Und, ähm, ja, da werden dann eben diese ganzen Vorgänge im Körper in Gang gesetzt. Und das machen, das wird unter anderem hauptsächlich auch über die Augen gesteuert tatsächlich, ja, über die Einstrahlung, äh, des Lichteinfalls der, der, des Auges. Und du gaukelst dem Auge quasi Dunkelheit vor. Ja, und dadurch- Ist jetzt nicht, nicht wirklich bewiesen, aber kann es auch durchaus, kann ich mir vorstellen, dass es dann, dann bestimmte Schutzmechanismen, die auch oder natürlichen Schutzmechanismen für die Haut nicht so in Gang gesetzt werden natürlich.
00:23:01: Grit: Aber was auf jeden Fall sicher ist, ist, dass wenn du, äh, die Brille aufsetzt, dass das Auge verlernt, ja, sich wieder zusammenzuziehen, ja. Äh, wenn du rausgehst und mal ohne Sonnenbrille, dann bist du so wahnsinnig lichtempfindlich, ja. Und das, das-
00:23:15: Daniela: Genau, das wollte ich gerade sagen. Also. Also wenn du sagst, man macht das Auge faul, das heißt, ich trainiere mir überspitzt gesagt mit der Sonnenbrille auch 'ne gewisse Lichtempfindlichkeit an oder
00:23:26: Grit: kann ich mir antrainieren.
00:23:27: Grit: Genau, richtig. Das ist so dieses, ja, ich bin so lichtempfindlich, ich muss die Sonnenbrille aufsetzen, aber es wird eigentlich eher anders ein Schuh draus. Ja, also dass du dann halt eigentlich lichtempfindlich wirst erst durch die Sonnenbrille. Und in der Fortbildung, die ich auch besucht hatte, da wurde dann auch gesagt: Gut, wenn das Auge operiert wurde, dann muss man ja irgendwo auch auf eine Art eine Sonnenbrille tragen.
00:23:48: Grit: Dann empfiehlt er aber eben einen Sonnenhut und eher hellere Gläser, dass man dann zumindest diese Situation, dass man zwar einen gewissen Filter hat, ähm, dass das Auge geschont wird, aber dass dann trotzdem der Muskel ein bisschen arbeiten muss, weil er eine gewisse Helligkeit, einen Helligkeitseinfall hat in das Auge.
00:24:07: Grit: Ja, und man kann das auch wieder so ein bisschen rücktrainieren sozusagen. Also man kann sich mit geschlossenen Augen, ist natürlich ganz wichtig, mit geschlossenen Augen dann draußen in die, in die Sonne stellen und, äh, den Kopf nach links und rechts ein wenig bewegen. Und so ist dann immer das Auge, was dann so ein bisschen abgewendet ist von der Sonne und es ein bisschen dunkler wird, zieht es sich, äh, öffnet sich das Auge wieder sozusagen, also der, der, der, die Pupille.
00:24:35: Grit: Und wenn man dann wieder mit geschlossenen Augen Richtung Sonne geht, dann, äh, zieht sich das wieder zusammen und dann kann man das so ganz sanft und angenehm eigentlich, während man sonnenbadet Wohlgemerkt mit geschlossenen Augen bitte und ohne Sonnenbrille oder ohne auch der Sehhilfe kann man dann das so ein bisschen wieder trainieren, dass man da weniger lichtempfindlich wird.
00:24:57: Grit: Und ich kann aus eigener Erfahrung sprechen. Ähm, also ich gehe jetzt wirklich tatsächlich ohne Sonnenbrille raus, dass ich nicht mehr so, so lichtempfindlich bin, wie ich es jetzt noch vor ein paar Wochen war.
00:25:09: Daniela: Also festhalten kann man sicher, Hütchen auf dem Kopf ist ja seit Jahrhunderten, Jahrtausenden in ganz vielen, ja, Gesellschaften, Ländern eine, ja, sehr gute Maßnahme im Sommer, die man kennt, die wirkt, die unterstützt.
00:25:26: Daniela: Sonnenbaden natürlich nur im Maßen, weil sonst haben wir hier gleich die Dermatologen, die ausrufen und man kann die Lichtempfindlichkeit trainieren. Und jetzt hatte ich noch einen Aspekt. Genau. Und zwar der Aspekt kam mir noch mit, dass wenn die Frühjahrsmüdigkeit eintritt, dass man am Morgen möglichst schon mal auf den Balkon oder in Garten gehen soll, dass das Auge mit dem Licht konfrontiert wird.
00:25:56: Daniela: Das hatte ich auch letztens In einem medizinischen Vortrag, wo's um Frühjahrsmüdigkeit ging und da war das Sonnenlicht beziehungsweise das Tageslicht auch ein entscheidender Faktor, dass man grad in früh am Morgen schon die Augen mit dem Tageslicht konfrontiert und dass man mal aktiv nach draußen tritt und eben möglichst, ähm, wie's die Kinder auch machen, zu Fuß mit dem Fahrrad oder sonst irgendwie seine Wege bestreitet, dass man schon mal das erste Tageslicht hatte.
00:26:29: Grit: Aber das ist ganz interessant, was du sagst. Es ist tatsächlich so, das hatte ich mal in einer Schlafweiterbildung, also nicht, äh, ich hab gelernt zu schlafen, sondern es ging um das Thema Schlafen. Und dass das nicht nur relevant ist, wie man sich vor dem Schlafen verhält, wenn man Schlafstörungen hat, Einschlafstörungen hat oder auch Durchschlafstörungen, sondern dass es vor allen Dingen relevant ist, wie man sich, nachdem man geschlafen hat, verhält.
00:26:52: Grit: Und da ist genau kommt das zum Zuge, was du sagst, dass es sehr, sehr hilfreich ist, dass man sich nicht dem künstlichen Licht aussetzt, sondern dass sobald man aufwacht, wirklich sich, äh, intensiv, das ist natürlich in den Morgenstunden im Winter ist es schwierig, das ist schon richtig, aber dass es sehr hilfreich ist, dass man sich dann ans offene Fenster zumindest mal setzt.
00:27:13: Grit: Also wenn man keinen Morgenspaziergang von fünf Stunden machen will, ist ja alles in Ordnung, aber dass man dann eben tatsächlich eventuell seinen Kaffee dann, äh, an einem offenen Fenster stehend oder Balkontür oder wie auch immer sich zu Gemüte führt, um dann dem Tageslicht sich schon so, so, so früh wie möglich und so viel wie möglich auszusetzen.
00:27:33: Grit: Und das bringt nichts, wenn man sich ans Fenster stellt, das geschlossen ist, sondern es muss dann wirklich geöffnet sein. Man muss sich, man muss dem direkt dem, dem Tageslicht sich aussetzen und das spielt eine große Rolle, wenn man Schlafstörungen hat, wie man sich nach dem Schlafen auch verhält. Und das wird alles über die Augen gesteuert.
00:27:52: Grit: Mega spannend.
00:27:54: Daniela: Ja, haben wir viel gelernt. Das heißt, Augenarzt, 'ne wichtige Anlaufstelle, aber keine Endstation. Man kann noch vieles selber in die Hand nehmen, verändern, unterstützen, positiv beeinflussen. Das ist doch eine großartige Sache.
00:28:12: Grit: Ja, vielleicht auch noch mal andere Therapeuten aufsuchen. Es gibt Sehschulen, es gibt, äh, wirklich auch noch andere Leute, die Ahnung, äh, von Augen haben, sich ganz intensiv dort mit beschäftigen und die man dann auch noch mal befragen kann, wenn man das Gefühl hat tatsächlich, dass die Augen das Problem sind.
00:28:32: Daniela: Eine Frage habe ich noch, und zwar ist es der Ausdruck Augenakupunktur. Ich stelle mir das ganz furchtbar vor, aber wo stechen die denn dahin?
00:28:43: Grit: Nee, die stechen jetzt nicht um das Auge oder in das Auge hinein, sondern, ähm, es ist tatsächlich auch am Körper vorhanden. Es geht verschiedene, äh, Organ- äh, Meridiane, die teilweise durch das Auge durchlaufen, die man eben auch im Körper stechen kann.
00:29:00: Daniela: Okay.
00:29:01: Grit: Genau. Wie die Nieren und Galle und Leber, die gehen, äh, teilweise durch das Auge durch sozusagen, also die Meridiane. Und die kann man dann eben in der Körperakupunktur speziell stechen, um dann das Auge zu erreichen. Oder auch die Aurikulotherapie, dass man über das Ohr das Auge erreichen kann. Genau, aber die Augenakupunkteure haben sich tatsächlich wirklich darauf spezialisiert, ja, für, für das Auge bestimmte Punkte zu stechen am Körper.
00:29:31: Daniela: Spannend.
00:29:32: Grit: Mhm.
00:29:32: Daniela: Sehr, sehr spannend. Ja. Vielen Dank für dieses tolle Thema, dass du das mitgebracht hast und dass du das, ähm, ja, hier in die Welt senden wolltest. Vielen, vielen Dank.
00:29:44: Grit: Gerne.
00:29:44: Daniela: In diesem Sinne, ich wünsche allen eine klare Durchsicht. Lasst's euch gut gehen. Ich wünsche euch alles Gute. Bleibt gesund.
00:29:53: Daniela: Alles Liebe. Tschüss.
00:29:54: Grit: Schlaft gut und wacht gut auf. Tschüss.
00:29:59: Daniela: Bei Fragen, Unsicherheiten oder einem unguten Gefühl kontaktieren Sie je nach Tag und Uhrzeit Ihre eigene Ärztin oder den eigenen Arzt, die eigene Hebamme, den eigenen Geburtshelfer oder die eigene Therapeutin, den eigenen Therapeut, die diensthabende Notfallapotheke sowie die Telefonnummer des ärztlichen Notfall- beziehungsweise Bereitschaftsdienstes.
00:30:23: Grit: Der Podcast gibt keine Heilungsversprechen. Der Podcast ist kein Ersatz für eine medizinische Abklärung. Der Grundgedanke dieses Podcasts ist es, eine Unterstützung zu geben, die aktuelle Situation besser einzuschätzen, in eine stabilere Handlungsfähigkeit zu kommen, Zusammenhänge leichter zu verstehen, sowie am Ende aufgestellter durch manche unangenehme Situation zu gehen und zu wissen, welche möglichen Anlaufstellen passende Unterstützung geben können.
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