#5: Erstmassnahmen Nasenbluten
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über das Thema Nasenbluten – ein Problem, das viele vor allem in der kalten Jahreszeit kennen. Bei Stress. Erhöhtem Blutdruck. Bei Gross und bei Klein. Wir zeigen, wie Sie in wenigen Schritten ruhig und sicher reagieren, erklären, warum klassische Hausmittel wie Taschentücher in der Nase nicht immer die beste Wahl sind, und teilen persönliche Erfahrungen aus unserem Alltag. Gemeinsam räumen wir mit Irrtümern auf, geben praktische Tipps zur Vorbeugung und erzählen, was im Notfall bei allen gleich zählt, mit und ohne Blutverdünner, oder Gerinnungsstörung. Hören Sie rein, um mit mehr Sicherheit durch kleine und große Nasenblut-Momente zu gehen. Wir wünschen eine gesunde Zeit – und wie immer gilt: Lieber einmal mehr nachfragen als zu lange zögern.
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00:00:00: Grit: Herzlich willkommen zum Podcast Das Kind braucht einen Namen. Der Podcast für Ihre Gesundheitskompetenz am Wochenende, an Feiertagen und nachts um zwei. Mit Daniela Ammon und Grit Knop
00:00:18: Daniela: Hallihallo und herzlich willkommen. Heute geht es um das Thema Nasenbluten. Kommt tendenziell oftmals in den Wintermonaten vor aufgrund der trockenen Luft, Heizungsluft drinnen, trockener Luft draußen. Vielleicht wird noch 'n bisschen wenig getrunken, dann werden die Schleimhäute trocken, es gibt leichte Risse und irgendwann kommt dann das Nasenbluten.
00:00:47: Daniela: Ist grundsätzlich beim Erwachsenen wie beim Kind in erster Linie mal nichts Schlimmes. Kann man gut selbst handhaben, indem dass man sich aufrecht hinsetzt, Kopf leicht nach vorne, Nasenflügel fest zusammendrückt – das ist quasi wie 'n Druckverband – Nasenflügel fest zusammendrückt. Wenn hinten was im Rachen runterläuft, bitte ausspucken.
00:01:17: Daniela: Weil wenn das Blut hinten über 'n Rachen runterläuft in den Magen, Blut im Magen rebelliert immer. Gibt Übelkeit, gibt Erbrechen, ist 'ne unnötige zusätzliche Anstrengung. Also alles, was hinten dann im Rachen runterläuft, immer ausspucken, sprich 'ne kleine Schüssel, 'n kleinen Eimer, 'n kleines Gefäß, wo man das dann reingeben kann und was Kühles in den Nacken.
00:01:46: Daniela: Und wenn's die Erbsenpackung aus 'm Gefrierschrank ist. 'N Tuch zwischen den Nacken und dem Kühlelement, dass die Haut nicht so angegriffen wird. Aber das ist im Grunde sind es die Erstmaßnahmen. Wichtig ist, dass man konsequent die Nasenflügel zusammendrückt. Weil oftmals ist es so: Die Nasenflügel werden zusammengedrückt, so zehn, zwanzig, maximal dreißig Sekunden, dann wird losgelassen, a blutet noch.
00:02:16: Daniela: Dann wird wieder 'n paar Sekunden zugehalten, dann wird wieder aufgemacht, ach, blutet immer noch. Und das macht man dann drei, vier, fünf Mal und dann hat man den Eindruck, das endet nie. Und dann, ja, ruft man bei der Sanität oder beim ärztlichen Rettungsdienst an oder geht in die nächste Notaufnahme, je nachdem.
00:02:38: Daniela: Wichtig ist, wirklich die Nasenflügel konsequent zusammendrücken für gut zehn Minuten. Wenn man Medikamente einnimmt, welche die Gerinnung, den Blutfluss beeinflussen wie Antikoagulanzien, sprich Blutverdünner, dann kann es sinnvoll und unterstützend sein, die Nasenflügel zwischen fünfzehn und zwanzig Minuten konsequent zusammenzudrücken und das Kühlelement, äh, gegebenenfalls im Nacken noch mal zu erneuern.
00:03:16: Daniela: Wenn das Thema Gerinnungsstörung oder Medikamente, die die Gerinnung beeinflussen, wenn das in irgendeiner Weise im Raum steht und man merkt, dass man das als Erwachsener in fünfzehn bis zwanzig Minuten nicht in den Griff bekommt, macht es sicherlich Sinn, dass man sich mit der Rettungsleitstelle beziehungsweise mit dem ärztlichen Notfalldienst bespricht und dass man da dann dementsprechende Unterstützung bekommt.
00:03:48: Daniela: Bei Kindern, vor allem wenn Gerinnungsstörung oder auch Medikamente, die das Ganze beeinflussen, wenn die in irgendeiner Weise mit ins Thema reinspielen, dann die Erstmaßnahmen, wie bereits erwähnt, einleiten. Dass für alle die Situation kontrolliert und in sicheren Bahnen läuft, macht es Sinn, währenddessen man die Erstmaßnahmen durchführt, sich telefonische Unterstützung zu holen bei der eigenen Kinderarztpraxis, dem ärztlichen Notfalldienst oder im Zweifelsfall auch direkt bei der Sanität, dass man sich telefonisch begleiten lässt.
00:04:31: Daniela: Und wenn die Situation sich nicht stabilisieren lassen würde, dass dann keine Zeit verloren geht, dass man nicht zu lange wartet und dass dementsprechend dann die Sanität rechtzeitig aufgeboten werden kann. Was ebenfalls sein kann, unabhängig vom Gerinnungsthema, dass ein kleines Gefäß verletzt ist.
00:04:54: Daniela: Passiert tendenziell eher bei Erwachsenen, welches dann durch die Unterstützung von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt verödet werden muss. Also zusammengefasst, Erstmaßnahmen sind für alle gleich. Hinsetzen, Kopf nach vorne, Nasenflügel konsequent zusammendrücken. Wenn was im Rachen hinten runterläuft, ausspucken und ein Kühlelement in den Nacken.
00:05:26: Daniela: Bei einer normalen Gerinnung sollte das Thema in, ja, ich sage jetzt mal circa fünfzehn bis zwanzig Minuten stabil sein. Ebenso im Rahmen von zwanzig Minuten, wenn man als Erwachsener eine veränderte Gerinnungssituation hat, wie zum Beispiel durch Medikamente. Wenn kein Stopp der Blutung eintritt, ärztlichen Notfalldienst beziehungsweise Sanität kontaktieren.
00:05:54: Daniela: Bei Kindern mit einer bekannten oder veränderten Gerinnungssituation während den Erstmaßnahmen bereits telefonische Unterstützung einholen. Was man als präventive Maßnahme im Hinterkopf haben darf, ist, dass man sich Nasensalbe in der Apotheke holt, um die Nasenschleimhäute zu befeuchten, zu fetten und dadurch die Schleimhäute geschmeidig zu machen.
00:06:23: Daniela: Ebenso auf den Flüssigkeitshaushalt zu achten, die Flüssigkeitszufuhr von Wasser, ungesüßten Tees, Wasser mit Minz oder Zitronenmelissenblättern und so weiter, so was forcieren. Weil Milchprodukte wie jetzt Milch, Kaffee, Kakao, diese Sachen können Verschleimungen fördern und zuckerhaltige Getränke wie Softdrinks.
00:06:51: Daniela: Zucker fördert definitiv Entzündungsprozesse. Daher keine Soft- oder Energydrinks in die eigene Bilanz des Trinkens mit einrechnen. Das heißt also, wenn, wenn man davon spricht, dass man auf seinen Flüssigkeitshaushalt achtet, dann spricht man eben von ungesüßten Tees oder Wasser, aber nicht von Softdrinks, Energydrinks.
00:07:18: Daniela: Was auch so ein Thema ist, ist, wenn die Angehörigen kein Blut sehen können. Ich hatte da mal eine Geschichte von einem Ehepaar. Er hatte Medikamente eingenommen, die die Gerinnung beeinflussten, hatte Nasenbluten. Dementsprechend war die Blutung vermehrt und die Frau konnte kein Blut sehen. Und irgendwann hatten wir dann die Situation, dass er geblutet hat und ihr wurde so langsam flau und schwummrig.
00:07:49: Daniela: Und selbstverständlich sind, habe ich dann die Kollegen von der Sanität geschickt, dass sie dann beide unterstützen, weil wenn dann am Ende beide irgendwo liegen und sich nicht mehr behelfen können, ist auch keinem geholfen. Also das ist auch so ein Thema, wenn man merkt, man ist jetzt der Einzige, der da Unterstützung geben kann, aber man kommt da selber mit der Situation nicht zurecht.
00:08:13: Daniela: Dann bitte anrufen, dass man da Unterstützung bekommt und sich dann nicht schämen oder zurückhalten oder meinen: "Ach, wegen so was rufe ich nicht an." Doch, bitte schön. 'Ne andere Geschichte ist von 'nem Mädchen, was Nasenbluten hatte und da war's so, dass die Eltern trotz der Erstmaßnahmen keine Stoppung der Blutung herbeiführen konnten.
00:08:43: Daniela: Und da kam dann im Gespräch raus, dass die Mutter von dem Mädchen, die hatte 'ne bekannte Gerinnungsstörung. Und bei dem Mädchen selber war das allerdings bis zu dem Zeitpunkt noch gar nicht getestet worden. Und aus der Situation heraus hat sich dann die Dringlichkeit der Situation auch erhöht beziehungsweise verändert.
00:09:06: Daniela: Und bitte, weil's mir grad einfällt und ich kenn das noch von früher: Man hat ja früher oftmals so 'n Taschentuch dann gerollt und sich dann in die Nase gesteckt, also auf die Seite, wo's geblutet hat. Also man hat es quasi wie versucht, so 'n bisschen zu tamponieren. Bitte nicht. Weil es ist so, dass dieses Taschentuch oder was man sich da dann auch immer in die Nase steckt, dass das dann verklebt.
00:09:38: Daniela: Und wenn man das dann rauszieht, durch das, dass ja die Schleimhäute in dem Moment immer noch porös sind, dieses Blut dahin klebt und wenn man das dann rauszieht, dann reißt man möglicherweise das Ganze wieder auf und dann fängt's vom Neuen an. Also bitte nichts in die Nase reinstecken. Außer man hat explizit vom Hals-Nasen-Ohrenarzt eine Tamponade für die Erstmaßnahmen mitbekommen.
00:10:08: Daniela: Und was vielleicht noch ein Gedanke ist, wenn man sich selbstständig auf den Weg ins Spital beziehungsweise ins Krankenhaus macht, bitte dran denken, nicht jedes Krankenhaus, nicht jedes Spital hat eine Hals-Nasen-Ohrenabteilung und auch nicht jede Hals-Nasen-Ohrenabteilung hat unter Umständen vierundzwanzig Stunden einen diensthabenden Hals-Nasen-Ohrenarzt vor Ort.
00:10:32: Daniela: Das heißt, entweder weiß man's definitiv, ähm, und macht sich dann auf den Weg oder man bespricht sich mit dem ärztlichen Notfalldienst beziehungsweise mit der Sanität. Die können einem das sicher sagen, was da das nächstgelegene Spitalkrankenhaus wäre. Und jetzt hat die Grit noch einen Aspekt zu diesem Thema, den ich persönlich überhaupt nicht kannte und auch noch nie gehört hab, aber sie hat da persönliche Erfahrungen und ich find ihn sehr spannend.
00:11:06: Grit: Ja, ist ja jetzt auch nichts Weltbewegendes. Ist einer von vielen Hausmittelchen, die man vielleicht noch von früher her kennt, dass man sich, äh, Toilettenpapier, ein Stück Toilettenpapier. Ich hab den Hinweis bekommen, es müsste natürlich auch sauber sein, nicht? Ein frisches. Oder, ähm, auch ein, ähm, Papiertaschentuch oder irgendetwas papierähnliches, dass man das sich unter die Zunge legen kann Und, ähm, das haben wir eigentlich auch oft so gehandhabt und, äh, für uns ging das so auf.
00:11:37: Grit: Es hat geholfen, ähm, und das hat folgenden Aspekt. Ist jetzt nicht so wissenschaftlich untersucht tatsächlich, aber das scheint einfach, äh, unangenehm zu sein, so etwas Trockenes unter der Zunge zu haben. Der Körper möchte das loswerden. Die Schleimhäute oder beziehungsweise die Drüsen fangen dann an, das Papier loswerden zu wollen und mehr Speichel zu produzieren, was wiederum sich auf die Schleimhäute in der Nase auswirken oder an die Durchblutung, äh, dann in der Nase ein bisschen zurückgeschraubt wird, damit man sich dann da eben der Körper dann auf den, äh, Mund konzentrieren kann oder auf den Mundraum, sodass es dann auch, ähm, reduzierend wirkt auf die Blutung und so gestillt werden kann, also quasi indirekt.
00:12:23: Grit: Das kann man da so an die zehn Minuten mal liegen lassen und danach dann einfach ausspucken. Und, ähm, ja, wir hatten da unsere Erfolge mit.
00:12:33: Daniela: Spannend. Aber so lernt man immer wieder dazu und es gibt immer wieder noch 'nen neuen Aspekt, der einen vielleicht weiterbringt. Auf jeden Fall, es gibt kein unnützes Wissen.
00:12:46: Daniela: Es gibt nur Erfahrungen, nur Weiterentwicklung und nur neue Horizonte. Alles gut. In diesem Sinne eine gute Zeit, eine gesunde Zeit. Bis zum nächsten Mal. Alles Gute. Tschüss. Tschüss. Bei Fragen, Unsicherheiten oder einem unguten Gefühl kontaktieren Sie je nach Tag und Uhrzeit Ihre eigene Ärztin oder den eigenen Arzt, die eigene Hebamme, den eigenen Geburtshelfer oder die eigene Therapeutin, den eigenen Therapeut, die diensthabende Notfallapotheke sowie die Telefonnummer des ärztlichen Notfall- beziehungsweise Bereitschaftsdienstes.
00:13:29: Grit: Der Podcast gibt keine Heilungsversprechen. Der Podcast ist kein Ersatz für eine medizinische Abklärung. Der Grundgedanke dieses Podcasts ist es, eine Unterstützung zu geben, die aktuelle Situation besser einzuschätzen, in eine stabilere Handlungsfähigkeit zu kommen, Zusammenhänge leichter zu verstehen, sowie am Ende aufgestellter durch manche unangenehme Situation zu gehen und zu wissen, welche möglichen Anlaufstellen passende Unterstützung geben können.
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